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Pairi Daiza hofft, künftig Gorillas züchten zu können: Drei Abreisen, um eine neue Fortpflanzungsgruppe willkommen zu heißen

07.05.2026
Tiere und Naturschutz

Pairi Daiza bereitet sich darauf vor, einen neuen Schritt in seinem Engagement für den Schutz der Westlichen Flachlandgorillas zu gehen. In den kommenden Monaten wird der Park eine neue Gruppe aufnehmen, die im Rahmen des europäischen EEP-Programms (EAZA Ex Situ Programme) zusammengestellt wurde – mit dem Ziel, aktiv zur Fortpflanzung dieser bedrohten Tierart beizutragen.

Um diese neue Phase zu ermöglichen, werden drei der derzeit im Park lebenden Gorillas – Shomari (18 Jahre alt, seit 2016 in Pairi Daiza), Gasira (16 Jahre alt, seit 2022 im Park) und Uzuri (17 Jahre alt, ebenfalls seit 2022 im Park) – Pairi Daiza verlassen. Besucher können sich noch bis zum 15. Mai von ihnen verabschieden.

Diese Transfers erfolgen im Rahmen des europäischen EEP-Programms unter der Aufsicht des internationalen Artenkoordinators. Die drei Gorillas ziehen in den Zoo Blijdorp in Rotterdam um.

Umbau eines Vulkans zur Aufnahme der neuen Gruppe

Einer der beiden ikonischen Vulkane in The Land of Origins, der Welt von Pairi Daiza, die der Schönheit Afrikas gewidmet ist, wird umgestaltet, um die neue Gruppe unter optimalen Bedingungen aufzunehmen.

Während dieser Zeit werden Tebogo und Indigo weiterhin friedlich in ihrem eigenen Bereich, dem zweiten Vulkan, leben.

Yiling Wang, kommissarische Leiterin der Primatenpfleger, blickt auf die Beziehung zurück, die über die Jahre mit Shomari und den Weibchen entstanden ist:

„Mit Shomari haben wir wunderschöne Jahre erlebt, und ich persönlich habe eine sehr enge Beziehung zu ihm aufgebaut. 2021 verstand er sich eindeutig nicht gut mit den beiden anderen Männchen seiner Gruppe. Deshalb arbeiteten wir gemeinsam mit dem Zuchtbuchkoordinator daran, ein neues Gleichgewicht zu finden, und erhielten die Erlaubnis, ihn mit Uzuri und Gasira zusammenzuführen. Er hat ein sanftes Wesen und beobachtet gerne. Die Zusammenführung mit Tebogo und Indigo war schwierig, weil Tebogo, der von Menschen aufgezogen wurde, einige der typischen Verhaltenscodes der Gorillas nicht kennt. Auch die Eingewöhnung mit Uzuri und Gasira brauchte Zeit, aber wie wir heute sehen, harmoniert die Gruppe gut miteinander. Obwohl Shomari seine Führungsposition manchmal nutzt, um sich meist das leckerste Futter zu sichern. Ein solcher Zusammenführungsprozess erfordert Zeit, Geduld und viel Beobachtung: Zunächst lernen sich die Tiere hinter den Kulissen über Geruch, Geräusche und Sichtkontakt kennen. Erst wenn alles stimmig erscheint, bringen wir die verschiedenen Tiere gemeinsam in einen Raum. Heute sehen wir, dass sie Schritt für Schritt ein gesundes Zusammenleben gefunden haben. Vor allem wünschen wir dieser Gruppe an ihrem neuen Ort denselben Frieden, dieselbe Harmonie und dieselbe Verbundenheit, die bis heute so viele Herzen unserer Besucher berührt hat.

Neue Bewohner in Aussicht

Nach und nach werden drei neue Gorillas nach Pairi Daiza kommen: zwei Weibchen und ein Männchen werden etwa drei Monate später folgen.

Diese Gruppe wurde entsprechend den Empfehlungen des europäischen Artenkoordinators zusammengestellt und soll die Fortpflanzung fördern. Ihre ausgewogene Zusammensetzung soll langfristig die Geburt junger Gorillas ermöglichen und zur nachhaltigen Erhaltung der Art innerhalb des europäischen Programms beitragen.

Die Weibchen werden in den kommenden Monaten erwartet, sobald die Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Das Männchen wird kurz darauf im Park eintreffen.

Der Westliche Flachlandgorilla: Eine vom Aussterben bedrohte Art, die internationale Zusammenarbeit erfordert

Der Westliche Flachlandgorilla gehört zu den größten heute noch lebenden Primaten und lebt in engen Familiengruppen, die in der Regel von einem dominanten Männchen – dem Silberrücken – angeführt werden. Dieser beeindruckende Anführer ist größer und stärker als die Weibchen, kann bis zu 1,80 Meter groß werden und fast 200 Kilogramm wiegen. Das charakteristische graue Fell auf seinem Rücken entwickelt sich mit zunehmendem Alter. Um ihn herum lebt eine Familiengruppe aus Weibchen und Jungtieren unterschiedlichen Alters – von Babys bis hin zu jungen Erwachsenen.

Gorillas vermehren sich zudem äußerst langsam, was sie besonders verletzlich macht. Ein Weibchen wird erst mit etwa acht Jahren geschlechtsreif und bringt nach einer Tragzeit von neun Monaten meist nur ein Jungtier zur Welt. Da zwischen zwei Geburten oft mehrere Jahre liegen, erholen sich die Populationen nur sehr langsam.

Gerade deshalb ist die Situation dieser Art besonders besorgniserregend. Abholzung, Wilderei und tödliche Krankheiten wie Malaria und insbesondere Ebola haben die Bestände stark dezimiert. Westliche Flachlandgorillas kommen in nahezu allen Schutzgebieten sowie in vielen Holzeinschlagskonzessionen ihres Verbreitungsgebiets vor und können in gut bewirtschafteten Forstgebieten in hoher Dichte überleben (Morgan et al. 2013).

Strindberg et al. (2018) veröffentlichten die erste populationsweite Schätzung für diese Unterart und bezifferten den Gesamtbestand im Jahr 2013 auf 361.919 Tiere (302.973–460.093). Zwischen 2005 und 2013 ging die Population um 19,4 % zurück, was einem jährlichen Verlust von etwa 2,7 % entspricht. Bis Ende 2018 sank die Zahl nochmals um weitere 13,5 % auf rund 316.000 Individuen.

Der Abschied von Shomari, Gasira und Uzuri markiert einen emotionalen, aber wichtigen Schritt innerhalb der internationalen Zusammenarbeit zoologischer Einrichtungen. Ihr Umzug wird zum langfristigen Management der Population westlicher Flachlandgorillas in Europa beitragen, während Pairi Daiza sich darauf vorbereitet, eine neue Gruppe unter optimalen Bedingungen willkommen zu heißen.

Durch diese koordinierten Transfers, die Verbesserung der Lebensräume und die fortgesetzte Teilnahme am EEP-Programm bekräftigt Pairi Daiza sein Engagement für den Schutz und die Fortpflanzung einer der am stärksten bedrohten Menschenaffenarten der Welt.